FAQ

Häufig gestellte Fragen:

Was sind Cyborgs?

Cyborgs gehen eine sehr tiefe Verschmelzung von Biologie und Technologie ein, sie sind wie das Wort „Cyborg“ schon sagt kybernetische Organismen. Wir meinen mit Cyborgs Menschen, die ihre Fähigkeiten physisch und mental mit Hilfe von Technologie erweitern. Speziell die erweiterte Sinneswahrnehmung stellt für uns den spannendsten Punkt dar. Die technologische Erweiterung kann implantiert sein, muss aber nicht – sie kann auch über einen intensiven Gebrauch externer Devices geschehen.

Warum ein Verein?

Industrialisierung, Technisierung und Digitalisierung werfen zahlreiche neue Fragen auf, die debattiert werden. Die Feuilletons sind seit Jahren voll mit Themen wie „digital detox“. Derlei Debatten pendeln oft schwarzweiß zwischen Technikfeinden, die alles widernatürlich finden, und Technikeuphoriker:innen, die in neuen Entwicklungen die Lösung für alle Probleme sehen. Praktiker:innen und Betroffene kommen in diesen Debatten oft zu kurz. Der Cyborgs e.V. möchte ihnen eine Plattform bieten und sie in öffentlichen Debatten vertreten. Ein Beispiel ist die Frage, ob du das Recht haben solltest, ein medizinisches, digitales Implantat, dass dir eingesetzt wurde, auch selber zu programmieren – um nur eine von vielen offenen Fragen zu nennen. Klassische Vereinsmeierei mit seinen Sitzungen und Festausschüssen halten wir so knapp wie möglich. Die Struktur eines e.V. dient vor allem dazu, dass keine Gelder auf Privatkonten herumliegen.

Muss ich ein Cyborg sein, um bei euch Mitglied zu werden?

Eigentlich ist der Mensch seit langer Zeit so eng mit seiner Technik verwoben, dass alle Menschen als „kybernetische Organismen“ gesehen werden können. Aber wenn du mit der Frage meinst, ob du Implantate haben musst: Ganz sicher nicht! Alle Menschen, die sich für das Thema interessieren, sind willkommen.

Wie hoch ist der Mitgliedsbeitrag?

5 € im Monat. Wenn du das nicht zahlen kannst, kannst du mit unserer Schatzmeisterin eine Ermäßigung vereinbaren.

Ist der Cyborgs e.V. gemeinnützig?

Noch nicht, aber wir arbeiten daran, die Gemeinnützigkeit vom Finanzamt anerkennen zu lassen.

Was sind „Plug’n’Play-Treffen?

Öffentliche Treffen für Mitglieder und Interessierte, auf denen wir diskutieren und experimentieren. Oft gibt es auch Workshops oder Vorträge. Die Abende finden monatlich im xHain hack+makespace in Berlin statt. Außerdem gibt es immer mal Veranstaltungen von oder mit uns in anderen Regionen. Diese und alle anderen Termine findest du hier.

Warum werden diese Treffen nicht gestreamt?

Bei den Berliner Plug’n’Play-Treffen handelt es sich um freie Diskussionsabende am runden Tisch, die dem Kennenlernen und dem freien Austausch dienen. Die sind zwar grundsätzlich öffentlich für Besucher:innen und Interessierte, eignen sich aber nicht für ein Video-Streaming, weil es keine frontalen Vorträge auf einer Bühne sind und wir keine Besucher:innen abschrecken wollen, denen es unangenehm wäre, beim Besuch unserer Treffen gefilmt zu werden. Außerdem bitten um Verständnis, dass Streaming in guter Bildqualität, vernünftigem Ton und womöglich noch mit Untertiteln recht aufwändig in der Produktion ist. Wir sehen keinen Sinn darin, einen Youtube-Kanal mit verwackelten Smartphone-Videos und Blechdosenton zu füllen, die dann sieben Views bekommen. Anders als Parteien, Stiftungen und kommerziellen Veranstaltern fehlen uns bis auf Weiteres meistens die Mittel, um das sinnvoll umzusetzen. Gelegentlich haben wir auch größere Veranstaltungen an anderen Orten, die wir dann gerne auch streamen, wenn die nötige Infrastruktur vorhanden ist. 

Wird es wenigstens einen Podcast oder einen Youtube-Kanal geben?

Ja, aber es ist unklar, wann.

Ich bin Journalist. Sind eure Treffen öffentlich?

In der Regel ja. Film- und Foto- und Tonaufnahmen müssen aber zuvor unbedingt mit den Anwesenden abgesprochen werden.

Was hat der Cyborgs e.V. mit dem xHain zu tun?

Das xHain ist ein befreundeter Makerspace in Berlin, in dem unsere Treffen stattfinden.

Was hat der Cyborgs e.V. mit der c-base zu tun?

Wenig. Die c-base ist ein Hackerspace, in dem der Cyborgs e.V. gegründet wurde und der uns dankenswerterweise einen Seminarraum zur Verfügung gestellt hat. Mittlerweile finden dort keine Treffen von uns mehr statt.

Was hat der Cyborgs e.V. mit dem Lacuna Lab zu tun?

Wenig. Das Lacuna Lab ist ein Coworking-Space, an dem der Cyborgs e.V. zeitweise beteiligt war. Mittlerweile finden dort keine Treffen von uns mehr statt.

Hat der Cyborgs e.V. etwas mit der Transhumanen Partei Deutschland oder der Partei für Gesundheitsforschung zu tun?

Nein.

Ich habe gelesen, dass ihr gegen Transhumanismus seid und finde das enttäuschend.

Das beruht auf einer falschen Wiedergabe in einem Artikel bei heise.de. Der Cyborgs e.V. beschäftigt sich mit Human Enhancement und bewertet die Chancen mit einer positiven Grundhaltung. Als solcher ist er auch transhumanistisch. Bestimmte Strömungen im Transhumanismus, speziell rechtslibertäre und faschistoide Denkweisen, lehnen die Mitglieder ab. Beim Glauben an das Eintreten der technologischen Singularität ist das Bild gemischt: Einige unserer Mitlglieder sind Singularitaner, andere sind in dieser Frage agnostisch oder hinterfragen das Denkmodell kritisch.

Was sind eure weltanschaulichen Grundlagen?

Das posthumanistische Cyborg Manifesto von Donnah Haraway und unsere eigenen Grundsätze.

Donna Haraway? Ist der Cyborgs e.V. feministisch?

Das ergibt sich ganz logisch aus dem allgemeinen Diskriminierungsverbot, wie es unter anderem auch in der EU-Grundrechtecharta festgeschrieben ist. Alle Menschen sollen gleiche Rechte und Pflichten genießen und gleichen Respekt erfahren unabhängig von Hautfarbe, ethnischer Herkunft, Geschlecht, der Religion, Weltanschauung, einer  Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität. Weltanschauungen, die diese Grundsätze in Frage stellen, sind mit einer Mitgliedschaft im Cyborgs e.V. nicht vereinbar.